Nachlese: AGEO Forum Vision:Geo:Information

Ageo Forum 2017 – Foto: AGEO

Am 30.03.2017 fand in den Räumlichkeiten der MA14 der Stadt Wien das AGEO-Forum 2017 statt. In insgesamt fünf Vorträgen wurde dieses Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und mit dem Auditorium intensiv diskutiert. Das Programm inklusive Kurzfassungen der Vorträge sowie die Vortragsfolien finden Sie zum Download auf www.ageo.at Bereich „Downloads/AGEO Forum/2017“, eine Reihe von Fotos dokumentieren die Veranstaltung (siehe http://www.ageo.at/live-vom-ageo-forum-2017/nggallery/thumbnails).

DI Johannes Kanonier (Amt der Landesregierung Vorarlberg) präsentierte im Eingangsvortrag „Amtliche Geoinfor­mationen im Land Vorarlberg – Im Westen nichts Neues?“ gemeinsam mit Mag. Johann Niedertscheider (Amt der Landesregierung Tirol) einen pointierten Abriss zur Kernaufgabe der Geoinformationsstellen der Länder, die nach wie vor die Bereitstellung geeigneter Informations­quellen und Werkzeuge zur Abbildung des Raumbezugs für die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung ist. Im dynamischen Umfeld, geprägt vor allem durch die rasante technologische Entwicklung, gesellschaftliche Veränderungen und auch durch das sich ändernde Selbstverständnis der öffentlichen Ver­waltung hat sich auch die Rolle der Geoinformationsstellen geändert. Rund um die interne Dienstleistung sind im Zusammen­hang mit der öffentlichen Bereitstellung amtlicher Geoinformation zusätzliche Aufgaben und Herausforderungen entstanden. Es konnten aber Möglichkeiten und Chancen vor allem in der Kooperation mit Partnern aus der Verwaltung, der Wirtschaft und der Forschung genutzt und neue Wege beschritten werden. Vor diesem Hintergrund gelang es den beiden Referenten in Ihren Beiträgen und in der Diskussion mit den Teilnehmenden den bisherigen Weg zu reflektieren, eine Standortbestimmung vorzunehmen und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen.

Dr. Erik Obersteiner (Ökosystemforschung & Umweltinformationsmanagement, Um­weltbundesamt) präsentierte in seinem Vortrag „GIS für die Umwelt“ einen Überblick über Geodaten im Um­weltbereich und über die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ihre Entstehung und Verwendung. Einen Schwerpunkt bildeten dabei Daten des Bundes und des Umweltbundesamtes. Die INSPIRE-Richtlinie und ihre Auswirkungen auf die Geodatenlandschaft wurden eingehend thematisiert, Wünsche für die Zukunft betreffen einfache, klare Lizensierungsmodelle, den verstärkten Einsatz von GIServices und eine Einigung auf brauchbarer Datenmodelle.

Erwin Petz, (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik – ZAMG) v stellte in seinem Vortrag „Offene Satelliten Daten” das Copernicus Programm in den Mittelpunkt. Dieses Erdbeobachtungsprogramm der EU (EO) ist eines der größten weltweit, mit dem Sentinel Programm als Kernstück der Weltraumkomponente von Copernicus. In diesem spannenden Vortrag werden auch die Copernicus Datenverteilung, die Organisation und technische Details zum Daten Download und das ZAMG Datenportal vorgestellt. Eine Weblinks aus den Folien:

www.copernicus.eu [atmosphere|climate|marine|land|emergency].copernicus.eu (Services) https://scihub.copernicus.eu (Sentinel Daten) https://www.sentinel.zamg.ac.at/ (Sentinel National Mirror);
Anwendungsfälle www.copernicus.eu/main/copernicus-briefs, Data Market Austria (DMA) https://datamarket.at

Ageo Forum 2017 – Foto: AGEO

Ing. Roland Ramesmayer (IT, Geografische Technische Informationssysteme, Energie Burgenland AG) zeigte mit seinem Vortrag „Geschäftsprozessoptimierung mit EB-GIS“ den evolutionären Prozess der Weiterentwicklung des Energie-Burgenland GIS: einerseits die Integration in die Systemumgebungen zur Prozessunterstützung, welche sich in Richtung Prozessautomatisierung weiterentwickelt, und andererseits die Rolle als IT-Dienstleister mit EB-GIS. Am Anfang, 1979, nach einem tödlichen Gasunfall, war die VISION nach einem burgenlandweit einheitlichen GIS. Nach dem Scheitern der Gespräche mit LAND, BEGAS und WLV wird die MISSION der BEWAG seit 1984 umgesetzt. Seit 2001, mit Start der Energiemarktliberalisierung, wird bei Energie Burgenland AG (EB), vormals BEWAG, das offene und multi-utility-fähige geographische Netz- und Betriebsmittelinformationssystem EB-GIS eingeführt und konsequent weiterentwickelt.

DI Martin Leonhartsberger (Bürgermeister Gemeinde Mank und Obmann des GVU Melk) behandelte in seinem Vortrag „Nutzung von Geodaten in der Verbandslösung“ wie Geodaten einfach für Gemeinden in einem  WebGIS zum Infrastrukturmanagement im GVU (Gemeindeverband für Umweltschutz und Abgabeneinhebung) im Bezirk Melk nutzbar gemacht werden. Der 1974 gegründete Verband mit heute 21 Mitarbeitern fungiert für 40 Gemeinden mit 80.000 Einwohnern als Dienstleister in den Bereichen Abfallentsorgung und -verwertung, Abgabeneinhebung, Internet&GIS sowie Apps, Luftreinhaltung, Spielplatzprüfung, etc. Das WebGIS Projekt integriert lokale Datenbanken (Geoland, Bauamt, Meldewesen ZPR, Baumkataster, Friedhofsverwaltung, Kanal- und Wasserinformationen, etc.), bringt Kostenvorteile durch Kooperation und ist als einfaches GIS jederzeit und überall verfügbar.

Ageo Forum 2017 – Foto: AGEO

In der abschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von AGEO Präsident DI Peter Skalicki-Weixelberger, entwickelte sich eine rege Interaktion der Diskutanten mit dem Publikum über die zukünftigen Herausforderungen für Nutzer und Bereitsteller von Geoinformationen im Lichte der Erfahrungen der letzten 25 Jahre.

 

 

 

 

 

Petra Staufer-Steinnocher

Petra Staufer-Steinnocher
Generalsekretärin AGEO

Kommentare sind geschlossen.